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TanGlorieta Versailles

Arregui 6400, C1408AVV Cdad. Autónoma de Buenos Aires, Argentina

Thursday

La Glorieta de Versalles

Milonga Review

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9 Dec 2025

Eine schöne Open-Air-Milonga außerhalb des Zentrums: Die „Glorieta de Versalles“ (Do 19 bis 22 Uhr, Sa 18 bis 22 Uhr, So 18.15 bis 22 Uhr, Arregui 6400, Buenos Aires) (Review von Alexander Halser, 9.12.2025)


Bislang habe ich euch zwei Open-Air-Milongas vorgestellt, die „Glorieta de Belgrano“ und „Los Sensibleros“. Unser Gruppenmitglied Alexander Halser schickte mir nun einen Bericht über eine weitere Open-Air-Milonga, die er und seine Partnerin uneingeschränkt empfehlen. Ich veröffentliche diesen Bericht gerne und mit großem Dank an Alexander und freue mich auch über weitere Milonga-Empfehlungen, die ihr mir gern über meine Facebook-Gruppe („Tango and Life in Buenos Aires“) schicken könnt.

Der Bericht von Alexander:  

Die "Milonga en la Glorieta de Versailles" wurde uns schon von mehreren Einheimischen als die beste Outdoor-Milonga der Stadt nahegelegt. Die Location wird ganzjährig bespielt, von Donnerstag bis Sonntag, ab Mitte Dezember zusätzlich auch am Montag. Sonntag ist einhellig der beste Tag, Samstag soll auch gut sein. Vergangenen Sonntag war das Wetter endlich passend - trocken, nicht mehr heiß - also sind wir hin. Eigentlich heißt der Ort "Glorieta De Versalles", aber die Milonga verwendet die französische Version mit "ai".

Wer die Gegend im Westen und Süden der Hauptstadt etwas kennt, zum Beispiel von einem Besuch auf der Milonga "Techos Azules" im Parque de la Ciudad, der denkt: au weia, das ist weit draussen, kompliziert erreichbar, schlechte Gegend, nachts zu Fuß lieber nicht. Aber weit gefehlt! Die Verbindung ist hervorragend und die Gegend angenehm: Vorstadt, Mittelklasse, nicht gehoben. Sauber und grün.

Fährt man Taxi, nimmt man Uber. Denn dort draussen auf gut Glück ein Taxi für die Rückfahrt aufzugabeln dürfte schwierig werden. Die besten Verbindungen bieten ohnehin die Trambus-Linien 34 und 166. Diese fahren von der U-Bahn-Station Palermo bis Vélez Sársfield, dem letzten Halt vor der Endstation. Er heißt Trambus, weil er auf einer eigenen Busspur entlang der Avenida Juan B. Justo quer durch die Stadt pflügt, mit weniger Haltestellen und einem Affenzahn, weit schneller als jedes Taxi und die ganze Nacht. Von Vélez Sársfield sind es noch 5 Minuten zu Fuß durch einen gut beleuchteten Parkstreifen. Reisezeit von Palermo door-to-door: unter 40 Minuten, ein Klacks in dieser Stadt.

Die Glorieta ist relativ groß und großzügig überdacht. Verglichen mit jener in Belgrano: ungefähr das Doppelte. Fliesenboden, eher glatt und problemlos mit Straßenschuhen tanzbar, wenngleich die Besucher fast alle auf Tanzschuhe wechseln.

Am Sonntag beginnt es um 18:15h. Wir sind innerhalb der argentinischen Viertelstunde praktisch überpünktlich, aber nicht die ersten Gäste. Gegen 20h wird es voll sein mit mehr als 100 Besuchern. Und wir sind die einzigen zwei Touristen, was uns augenblicklich den Status von Kanarienvögeln verleiht. Hier kennt man sich und wer fremd oder neu ist, das ist auf Anhieb klar. Man versteht sich hier draussen auch nicht mehr als Hauptstädter - wer ins Zentrum von Bs.As. will, der fährt nach "la capitaó". Das Einzugsgebiet der Milonga reicht bis Morón und Castelar, Richtung Zentrum eher nicht. Deshalb werden wir interessiert beäugt, halb neugierig, halb belustigt, nach dem Motto: was bringt denn diese Hauptstadttouristen hier zu uns raus?

Aber die Stimmung ist freundlich, die Leute offen, neugierig und kommunikativ. Der Altersquerschnitt geht von 40 bis 70, das Tanzniveau von Anfänger bis Fortgeschrittene, beides gleichmäßig verteilt. Wirkliche "Elitetänzer" fehlen, aber einige tanzen sehr gut. Anfangs herrscht sogar Männerüberschuss, später dreht sich das, aber die Männer sind tanzfreudig und sitzen nicht nur rum. Getanzt wird von traditionell eng bis spielerisch offen, frei nach Gusto (der Dame) und quer durch den Gemüsegarten. Manche kommen als Paare und tanzen nur miteinander. Unterhält man sich freundlich auf Spanisch, geht unter Umständen doch was. Und auch wenn es keine strenge Ronda gab, war es auch nie chaotisch oder anstrengend. Die gut 100 Besucher hatten alle Platz.

Für Argentinier sei es durchaus eine Herausforderung, mit Touristen zu tanzen, erfahren wir von einem, der sich traute, meine Begleiterin für eine Milonga aufzufordern. Er hätte schon Erfahrung mit Touristinnen, meinte er. Aber viele andere wären da befangen und trauten sich einfach nicht. Das kann ich aus männlicher Sicht nicht bestätigen, die Damen trauten sich. Umgekehrt war's auch kein Problem, wir haben am Ende beide fast drei Stunden durchgetanzt.

Gut zu wissen: Es gibt keine Sitzplätze, auch keine Bänke, noch nicht mal ein Geländer zum Anlehnen zwischendurch! Wer früh kommt, kann sich einen jener von der Veranstalterin mitgebrachten Plastikhocker als Sitzplatz nehmen. Die meisten aber bringen ihre eigenen Klappstühle mit, oft mit Tischchen für den Mate, was dem Ganzen eine Art Strand-Milonga-Atmosphäre verleiht. Alle anderen müssen mit Stehplätzen vorliebnehmen. Wir hatten dank früher Ankunft zwar Sitzplätze, doch zum Hinsetzen blieb zwischendurch ohnehin kaum Zeit. Wir hatten noch nicht mal Zeit, um Fotos zu machen. Deshalb das offizielle Foto hier, es sieht in echt genauso aus.

Fernando Gabriel

+54 9 11 2738-5845

Milonga Details

Event Type

Open Air Milonga

Category PIA

PIA

Accessibility

***

Age Group

30+

Start time

7:00 pm

Duration

3 hours and 1 hour class before the Milonga

Milonga Location

Arregui 6400, C1408AVV Cdad. Autónoma de Buenos Aires, Argentina

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